Sunday, October 28, 2012

Traum 137 - WW3

Es war eine Mischung aus einem Silvesterabend und dem Anfang des Dritten Weltkriegs. Wir gingen an verschiedenen Häusern vorbei, die für die jeweiligen Länder standen. Die Landschaft morphte zwischen Rellingen und Dänemark. Russland enthielt sich und nahm nicht teil. Ich wartete die ganze Zeit auf Japans Auftritt, fand es so niedlich, dass sie das erste Mal auftraten und Energy Drinks tranken, doch als wir an Japans Haus vorbei kamen, passierte nichts. Stattdessen schickte eine andere Partei Raketen los, die erst waagerecht in den Himmel flogen und dann ihr Ziel fanden. Simultan rief ich aus voller Kehle: 'Wer hat das Erdbeben ausgelöst?' Wir gingen einen recht steilen Weg hinauf, als ich eine Art Raumschiff, Hangar oder fliegendes Munitionsdepot ausmachte. Es meldete sich die Stimme Amerikas, die meinte, dies sei erst der Anfang. Kurz, bevor uns eine Rakete traf, wachte ich auf.

Sunday, September 2, 2012

Briefe an Länder, 2: Israel oder Maggiland

Israel, meine ferne Verwandte..

Was ist los mit dir? Warum schreibst du so geschwollen?

Grüße.

Wednesday, August 1, 2012

Briefe an Länder: Japan oder Neo-Israel


Japan, mein liebstes, liebstes Land. Du bist stolz, jedoch zurückhaltend und zuvorkommend, hilfsbereit und irgendwie unverständlich widersprüchlich – dadurch unantastbar.

Warum nenne ich dich meine tote Liebste, ja sogar Neo-Israel? Durch 3/11 bist du gestorben und wieder auferstanden, du geheiligtes Volk. Innerhalb deiner Landesgrenzen kam der Satan wie ein Erdrutsch über dich, eines der reinsten Länder, das sich sträubt, sich anzupassen. Deine inhärente Andersartigkeit liebe ich an dir. Leider hast du auch die Tendenz wie die unterwanderte Regierung Israels, zu lügen. Jedoch nicht aus Kalkül, sondern aus Schüchternheit und Höflichkeit. Ich, Deutschland, verstehe diese Notlügen allerdings nicht wirklich – es kommt immer wieder zu Misverständnissen zwischen uns. Unsere Verbundenheit aus dem zweiten Weltkrieg ist zwar in Ansätzen noch vorhanden, doch wir haben uns auseinandergelebt. Ich bin ein Moloch von Chaos, Unhöflichkeit und Pöbel und Gesocks geworden...von Stolz weiß ich nicht mehr viel. Seit 1945 sind 67 Jahre vergangen. Das ist eine lange Zeit; der Kalte Krieg hat mich gezeichnet.Verzeihe mir, meine Liebste. Auch du hast dich verändert, dein Stiefvater Amerika hat dir ein Kostüm gegeben, das dir so gar nicht passt. Du trägst die Kleider mit Fassung und wehrst dich still. Dafür liebe ich dich. Ich denke, du solltest deine aufgestaute Frustration herauslassen und dich aufbäumen, doch in dieser Welt, in diesem System ist es unmöglich. Lass uns trotzdem eine Fernbeziehung führen.

Tuesday, July 24, 2012

Er und die nostalgtronesische Kinderarmee fangen den Krieg an


Es war einmal ein traumatisierter Mann mit dem 1000-mile-stare. Das Leben frustrierte ihn. Er hatte keine Freundin, alle Frauen nahmen Abstand von ihm, weil sie meistens sehr anspruchsvoll und sensibel waren und seine kindlich-naive Art nicht aushielten. Der Mann saß den ganzen Tag nur herum und baute mehr und mehr Frustration auf. Er hatte einen seltsamen Bart. Auch das geschah aus Frustration. Wenn der Mann nervös oder frustriert war, dann vergaß er schnell Dinge – und so vergaß er, den mittleren Teil des Oberlippenbarts wegzurasieren!! Schade. Sehr schade.

Seine Traumatisierung und Frustration wurde irgendwann unaushaltbar, weshalb er seine Aggression gegen das Land Semitolon richtete. Schade. Sehr schade! Die Semitolonesen waren kein böses Völkchen an sich, bloß gab es da eine Art böse Sekte. Davon wusste der Mann aber nichts. Ihm wurde lediglich von seiner Ex-Freundin ins Gehirn geschissen und so dachte er, er müsste als Liebesbeweis alle Semitolonesen aus Merlinholm verbannen.Welch grober Fehler!!
Der Mann zog aus, um Soldaten und Soldatinnen zu rekrutieren. Er dachte unterwegs lange nach, welche Art von Armee er für den Krieg gegen Semitolon denn geeignet wäre. Hmm. Er dachte an seine Vergangenheit. Aus seiner Zeit als Erzieher wusste er, dass Kinder meistens sehr geniale Ideen hatten, wenn es um Krisensituationen ging. Hmm. Grübel. Grübel.

Fortsetzung folgt.

Monday, July 23, 2012

Ich verklage den Gott des Mammon und bekomme als Entschädigung ein Ticket nach Japan sowie ein lebenslanges Tabak-Abonnement


Diese kürzeste Kurzgeschichte widme ich allen alleinerziehenden Müttern in Japan, die viel zu wenig Geld vom Staat bekommen. Mehr Geld für alleinerziehende Mütter! Weniger Geld für priapistische Rechtsanwälte und Politiker!!

Zudem widme ich diese Geschichte der Diakonie, der Polizei, dem BND, allen Mafias der Welt und dem deutschen Staate, meinem lieben Vaterlande.

Ich verklagte den Gott des Mammon. Mit Geld hielt er alle gefangen. Nachdem er in Revision ging, gewann ich. Schade! Sehr schade.

Ende. Man wird ja wohl noch träumen dürfen.

Sunday, July 22, 2012

Kuridamo & Candela


Es war einmal ein alter, junger Mann namens Kuridamo, der in ein fremdes Land namens Sulfuristan reiste. Er war zu dem Zeitpunkt ein Anhänger einer Sekte namens Saeko-Philitristen. Er verliebte sich unsterblich in eine junge alte Dame namens Candela Hiromi-Carajo. Sein eigentlicher Plan war gewesen, ewig in einem Saeko-Philitristen-Schrein zu leben, eingesperrt in Fröhlichkeit. Frauen hatten ihn in seinem langen kurzen Leben bisher immer sehr enttäuscht und so wollte er die Göttin Saeko zu seinem einzigen Lebensinhalt machen. Er konnte Candela jedoch nicht widerstehen. Es war sein größter Fehler und die beste Entscheidung seines Lebens.

Da sein Beutel voll Gold in einem Waldschrein gestohlen wurde, musste Kuridamo leider vorzeitig seinen fliegenden Teppich benutzen und zurück in das Königreich Merlinoplis. Schade! Sehr schade. Dort wurde er von allen wie ein Aussätziger behandelt. Er verbrachte 40 Tage in einem verlassenen Verlies, in dem er von Dämonen heimgesucht wurde. Niemand im gesamten Königreich durfte etwas von diesem sagenumwobenen, verfluchten Ort erfahren. Außer Gynt Dormant, der geheime König von Merlinopolis. Das ist aber eine andere Geschichte. Kuridamo traf einen alten Weißschwarzmagier namens Harun T. Ismac, der ihm viele neue Zaubersprüche beibrachte, ihn jedoch seine heilige Saeko und Candela vergessen ließ, indem er ihn in seinen Träumen besuchte. Schade! Sehr schade! Kuridamo musste wieder weiterziehen. Diesmal nahm er all seinen Mut zusammen und zog ein in das dunkelste Schloss von Merlinopolis: Schloss Neukultstein. Er wurde wieder heimgesucht, Nacht für Nacht. Täglich wurde er stärker. Sogar seine Saeko-Philitristen-Lehrer überholte er. Es stellte sich nämlich heraus, dass sie mit Hilfe von Candela, Harun und den Kellergeistern des Schlosses Neukultstein einen Dämonen in ihn hineinchanneln wollten, der Merlinopolis in den Abgrund stürzen sollte. Er wollte aber zurück nach Sulfuristan, das gelbgüldene Land der Katzen und Kinder.

Schade! Sehr schade.

Thursday, July 19, 2012

Der Spion Gottes, oder. Der Wichtigste Mann der Welt...bei Netto



Es war einmal ein gerade mal erwachsener Mann namens John Niemand. Er ging durch die Welt wie ein naives Kleinkind. Eines Tages ging er einkaufen, wie alle Erwachsenen das eben so tun. Nach etwa einer halben Stunde Fußweg, völlig in Gedanken versunken, kam er bei der populären Supermarktkette Netto an. Er ging durch die vollautomatische Tür und kaufte bloß das Notwendigste ein: Schokolade und Honig. An der Kasse traf er den wichtigsten Mann der Welt; er hieß Anton Nobody. Natürlich war das nur ein Deckname, sollte sich später herausstellen. Woher wusste John, dass Anton der wichtigste Mann der Welt war? Anton erzählte es ihm einfach nebenbei – es war gerade niemand sonst an der Kasse und die Gelegenheit war günstig. Warum war Anton der wichtigste Mann der Welt? Das ist schwerer zu erklären. Die Welt sei laut Anton von den Schergen Waskepons bevölkert, dem bösen Gott des Todes. John hatte an so einen Quatsch davor nie gedacht – er zweifelte und lachte Anton aus. Auch diese wichtigen, aber bösen Menschen hätten Decknamen und arbeiteten zum Beispiel als Bäcker, Maler oder waren alleinerziehende Mütter. Sie planten angeblich die Weltherrschaft, wie in einem Cartoon! John fiel die Kinnlade herunter. Anton erzählte ihm nonchalant, dass er wichtige, verbotene Texte des heiligen Menschen Neo, eines Botschafters des guten Gottes Leonidas, besaß und somit ein Spion dieses guten Gottes sei. John schwieg und hatte Angst. Er ging nie wieder zu Netto. Nun war er der zweitwichtigste Mensch der Welt, ohne es zu wissen. Er arbeitete den Rest seines Lebens als Fensterputzer.

Und die Moral von der Geschicht: Wichtige Menschen gibt es nicht.

Wednesday, July 18, 2012

Der Besuch des Succubus oder der 36. Geburtstag


Ich ging, nachdem ich spät nachts einen fadenscheinigen Dämonen getroffen hatte, gestresst und bitter ins Bett. In der Nacht passierte nichts. Ich träumte nicht. Ich war nicht wach. Plötzlich erschien ein Succubus vor meinen Lenden und entledigte mich meiner Frucht; ja gab mir Furcht, indem sie mir Energie entzog. Ich war angeekelt. Ich habe sie aber besiegt und lebe noch.

Friday, July 6, 2012

Mein Selbstmord 06/07/12

Im Laufe dieses Tages habe ich mir ein Performance-Art Kunstprojekt ausgedacht. Ich habe mir den ganzen Tag über vorgestellt, es wäre mein letzter Tag, ich hätte den Verstand verloren und würde mich in den Abendstunden umbringen. Warum? Ich wollte fühlen, wie es wäre.


Über Facebook habe ich morgens angefangen und zwei Einträge gepostet, die auf Abschied und meine Lebensmüdigkeit hinwiesen. (Sayonara, minna-san; japanisch.: Auf Wiedersehen, ihr alle.) Dazu der Blogpost, der diesem vorherging. Ich suchte am Tag zwei Male den Ort auf, wo es passieren sollte. Ich muss sagen, schon der erste Gang dorthin -  ich wählte einen abgelegenen Spielplatz - machte mich wegen meiner Vorstellungskraft paranoid und war...angsteinflößend. Ich ließ mir aber nichts anmerken. Obwohl ich wusste, dass ich es niemals tun würde, war es wie eine selbsterfüllende Prophezeiiung -- meine Psyche spielte das Spiel mit.
Den ganzen Tag über tat ich fast nichts, ich wollte selbigen sehr still gestalten und auf meine Gedanken achten. Schließlich schaute ich noch einen Film, aß mein 'letztes Abendmahl' und überlegte, wie sich suizidale Personen an einem solchen Tag verhalten würden: im Zweifelsfall möglichst unauffällig. Still schrieb ich also einen kryptischen, lyrischen Zweizeiler als Abschiedsbrief und legte ihn in die Küche. Daneben zwei Briefe an meine (Ex?-)Freundin, die eine Nacht davor aus echtem Kummer entstanden waren. Dazu eine Flasche mit dem Waschmittel, das mich an sie erinnerte. Stimmung wie in 'Die Leiden des jungen Werther'. Verschwiegen rauchte ich noch ein paar letzte Zigaretten, um die Nervosität, die zwischen Schauspiel und Realität waberte, zu deckeln.
Als es draußen dunkel war, postete ich bei FB zwei Fragmente von Romanprojekten, die beide deutlich morbide waren und in der Ich-Perspektive geschrieben waren. Ich widmete sie meinen zwei liebsten Menschen. Dazu teilte ich per FB das Lied 'How To Disappear Completely' von Radiohead. Selbiges Lied spielte ich dann auch in der Realität und setzte anschließend ein anderes Lied auf Repeat, damit in meiner Abwesenheit wenigstens noch Geräusche aus meinem Zimmer kämen und alles in der Wohnung noch halbwegs lebendig wirken würde. Ich ließ mein Handy in der Wohnung und verließ das Haus - ziemlich ängstlich, obwohl ich wusste, dass ich mir nichts antun würde. Ich stieg auf mein Fahrrad und machte mich zum dritten Male auf zum Tatort. Im Dunkel der Nacht kam seltsamerweise eine gewisse Seelenruhe auf, immer durchsetzt von getriebener Paranoia. Mitgenommen hatte ich ein Feuerzeug und einen Gaskocher, ich überlegte noch an einer Tankstelle Benzin zu kaufen, hielt das aber für zu gefährlich, falls mich doch jemand in der Nacht sehen würde. Tatsächlich fuhr ein Streifenwagen an mir vorbei. Die Beamten können aber -noch nicht- Suizidale an den Augen oder der Kleidung erkennen. Ich kam beim Spielplatz an und verbrannte statt mich selbst nur Poster von japanischen Schauspielerinnen, die ich einst attraktiv fand. Danach rief ich den Namen meiner Freundin so laut ich konnte. Ich fuhr weiter und fühlte mich...wie neugeboren. Irgendetwas war von mir abgefallen. Ich hatte wirklich etwas in mir abgetötet. ...Ein befreiendes Ritual.


Gewundert hat mich bloß, dass a) niemand meine Hinweise erkannte und b) es alles so einfach gewesen wäre. Ich war zwar nach Ankündigung nur eine Stunde abwesend, doch bei FB wurde niemand aufmerksam. Wahrscheinlich ist Freitag ein strategisch ungünstiger Tag für Suizidale, die kryptische Hilfeschreie im Netz posten. (Seid drastischer und deutlicher bei euren Hinweisen, Todesmutige!) Oder jeder denkt nur an sich und möchte bei FB nur Anekdoten über Sauftouren und Kulinarisches sehen. Denkt euch euren Teil. Beides ist wohl ein bißchen wahr. Erhobener Zeigefinger.

Frau Feuerholztal



Frau Feuerholztal setzte das Teeservice ab und verneigte sich. 'Tun Sie das bitte nicht', sagte ich. 'Ich verneige mich ja auch nicht vor Ihnen. Bitte.' Sie nickte verlegen, doch ihr ungeheures Selbstbewusstsein schien durch ihr verschmitztes Lächeln hindurch. Sie strich sich eine platte schwarze Strähne, die fast ihre Nase berührt hatte, aus dem Gesicht. Der Tee floß in unsere Tassen. Ich betrachtete die Farbe der einzigen Medizin, die mir in dieser aussichtslosen Lage blieb: Ich dachte an Rot, ich dachte an Blut. Ich hatte Lust auf Selbstmord, doch ich traute mich nicht. Ich lachte.

Friday, June 29, 2012

Russland, Teil 1


Ich bin zum Klischee des russischen Pianisten verkommen, der ich niemals sein wollte!“

Voll kaltem Schweiß saß er in einem verrauchten Hinterzimmer in einer Moskauer Kneipe. Ohne die fast zwanghaft angebotenen Gläschen voll Wodka hätte er den Mut wohl nicht aufgebracht, hier aufzutreten. Sein moosgrüner Rollkragenpullover kratzte unangenehm an seinem Hals. Die besoffenen Blicke auf Seiten der Männer und die lüsternen Blicke auf Seiten der sogenannten Damen hielt er nur widerwillig aus. Wie zum Teufel war er hier gelandet? Er stellte sich das Publikum in schwarz-weiß vor, um nicht so nervös zu sein. So wie er es aus den Filmaufnahmen aus dem zweiten Weltkrieg in seinen Kindstagen kannte. Wie in einem Stummfilm hatte er zudem seine Gedanken als kurze, schäbige Einblendungen vor seinem geistigen Auge, um wenigstens nicht seinen Humor zu verlieren und diese Maskerade, diese Schikane, zu ertragen. Er spielte das Stück Gnossiene No. 1 von Erik Satie. Es versetzte ihn in eine verfrühte, alltäglich apokalyptische Stimmung. Das Publikum verstand die Töne zwar, war aber schon in einem fortgeschrittenen Rauschzustand und bekam dadurch nur noch Fetzen von ausgekotztem Russisch heraus, die er sowieso nicht verstand. Es war ein schöner Albtraum. Nach drei klebrigen Minuten und vierundzwanzig Sekunden war das Gastspiel vorbei. Ein Paar alaska-blauer Augen blieb ihm bei der dahingerotzten Verbeugung vor dem Publikum im Gedächtnis hängen. Ihr Name sei Kujika.

Im Backstage-Bereich, der diesen Namen nicht annähernd verdiente, streunte auch die Russin namens Kujika herum. Sie hatte ihm den Rücken zugewandt und sprach mit einem modisch-bärtigen, russischen Gitarristen mit ungeschnittenen Fingernägeln an der rechten Hand – angeblich musste man das als klassischer Gitarrist so handhaben, um besser zupfen zu können. Doch im Endeffekt war es nur eine Ausrede für Faulheit und mangelnde Körperpflege. Kujika hingegen hatte es sich anscheinend zur Angewohnheit gemacht, einen Seidenschal in den Farben der russischen Föderation zu tragen. (Kein Kommentar.) Unter der Seide schimmerte das Weiß ihres Nackens hindurch. Es erinnerte ihn mangels Vergleichsmöglichkeiten an die weißen Streifen auf dem Asphalt der Hauptstadt. Russland hatte ihn nüchtern und gefühllos gemacht. Es ließ ihn auf seltsame Weise kalt. Doch ihr eichenbraunes Haar schien etwas über sie zu verraten, das man lieber nicht verraten sollte.

Tuesday, June 26, 2012

Die Baumeister



Der Fluch von Bob begann, als er sich mit der weißen Hexe Tsubawa über die Baumeister lustig machte, eine Art Techno-Religionsgemeinschaft. Die beiden fragten sich, ob selbige an Samstagabenden denn auch mal fröhlich und ausgelassen feiern würden, wie in Disneyfilmen, von einem Bein aufs Andere hüpfend. Seitdem lastet auf den beiden ein schwerer Fluch. Bob reiste aus Kummer nach Merlin im Keimland aus und traf einen Antichrist-Roboter, der ihn mit elektronischen Zaubersprüchen belegte. Seitdem ist nichts, wie es war. Tag für Tag erstickte er seinen Kummer mit Rauch und Schokolade und wartete vierzig Jahre auf ein Lebenszeichen seiner Angebeteten. Es geschah nichts. Als er all sein Geld verloren hatte und in einen sechshundertsechundsechzig Jahre langen Schlaf verfiel, wachte er auf, Tsubawa an seinem Todesbett. Die Baumeister lebten nicht mehr. Die Erde war leer.

Und wenn sie dann gemeistert wurden, dann bauen sie nicht mehr.

Saturday, June 23, 2012

Adam


Es war einmal ein kleiner Junge namens Adam. Er lebte allein in einem kleinen, dunklen Zimmer mit bloß einer Kerze und einem Teller voll Reis. Eines Tages hatte er einen schrecklichen Traum. Er spielte auf dem Spielplatz und alle Kinder riefen im Chor:

<<Wir sind keine echten Kinder! Wir sind Hexen und Hexer!>>

Adam verstand nicht. Doch als er aufwachte, hatte er fürchterliche Angst. Er dachte Tag und Nacht nur noch an Hexen und sang Lieder, um sich fröhlich zu machen. 6 Tage vergingen, 6 Mal schlief er, 6 Mal wurde er wach. Am sechsten Tag flog ein Vogel durch das violett getönte, offene Fenster. Er sagte: <<Ich komme aus dem Land Semitolon und bin ein Hexenvogel!>> Adam schwieg, dann hatte er Angst und sang. Doch der Vogel lachte nur. Er war ein Rabe, pechschwarz und krumm seine Nase. Ohne es zu wissen, war Adam durch seine Lieder selbst zum Hexer geworden. Der Reis in seinem Zimmer war in 6 Tagen verschimmelt. Adam sang weiter.
Der Rabe kam nie wieder.
Die Kinder sangen froh.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann singen sie noch heute.

Wednesday, June 20, 2012

Ende; Anfang


Ich habe mein Leben gehabt, wie es mir paßte, und es hat mir nicht an Freiheit und an Schönem gefehlt, aber ich bin doch immer allein geblieben.


- Hermann Hesse, Das Ende