Es war eine Mischung aus einem Silvesterabend und dem Anfang des Dritten Weltkriegs. Wir gingen an verschiedenen Häusern vorbei, die für die jeweiligen Länder standen. Die Landschaft morphte zwischen Rellingen und Dänemark. Russland enthielt sich und nahm nicht teil. Ich wartete die ganze Zeit auf Japans Auftritt, fand es so niedlich, dass sie das erste Mal auftraten und Energy Drinks tranken, doch als wir an Japans Haus vorbei kamen, passierte nichts. Stattdessen schickte eine andere Partei Raketen los, die erst waagerecht in den Himmel flogen und dann ihr Ziel fanden. Simultan rief ich aus voller Kehle: 'Wer hat das Erdbeben ausgelöst?' Wir gingen einen recht steilen Weg hinauf, als ich eine Art Raumschiff, Hangar oder fliegendes Munitionsdepot ausmachte. Es meldete sich die Stimme Amerikas, die meinte, dies sei erst der Anfang. Kurz, bevor uns eine Rakete traf, wachte ich auf.
Der Lügenbaron
Märchen- und Horrorgeschichten für junggebliebene Erwachsene.
Sunday, October 28, 2012
Sunday, September 2, 2012
Briefe an Länder, 2: Israel oder Maggiland
Israel, meine ferne Verwandte..
Was ist los mit dir? Warum schreibst du so geschwollen?
Grüße.
Was ist los mit dir? Warum schreibst du so geschwollen?
Grüße.
Wednesday, August 1, 2012
Briefe an Länder: Japan oder Neo-Israel
Japan, mein liebstes,
liebstes Land. Du bist stolz, jedoch
zurückhaltend und zuvorkommend, hilfsbereit und
irgendwie unverständlich widersprüchlich – dadurch unantastbar.
Warum nenne ich dich meine
tote Liebste, ja sogar Neo-Israel? Durch 3/11 bist du gestorben und
wieder auferstanden, du geheiligtes Volk. Innerhalb deiner
Landesgrenzen kam der Satan wie ein Erdrutsch über dich, eines der
reinsten Länder, das sich sträubt, sich anzupassen. Deine inhärente
Andersartigkeit liebe ich an dir. Leider hast du auch die Tendenz wie
die unterwanderte Regierung Israels, zu lügen. Jedoch nicht aus Kalkül, sondern
aus Schüchternheit und Höflichkeit. Ich, Deutschland, verstehe
diese Notlügen allerdings nicht wirklich – es kommt immer wieder
zu Misverständnissen zwischen uns. Unsere Verbundenheit aus dem
zweiten Weltkrieg ist zwar in Ansätzen noch vorhanden, doch wir
haben uns auseinandergelebt. Ich bin ein Moloch von Chaos,
Unhöflichkeit und Pöbel und Gesocks geworden...von Stolz weiß ich
nicht mehr viel. Seit 1945 sind 67 Jahre vergangen. Das ist eine
lange Zeit; der Kalte Krieg hat mich gezeichnet.Verzeihe mir, meine
Liebste. Auch du hast dich verändert, dein Stiefvater Amerika hat
dir ein Kostüm gegeben, das dir so gar nicht passt. Du trägst die
Kleider mit Fassung und wehrst dich still. Dafür liebe ich dich. Ich
denke, du solltest deine aufgestaute Frustration herauslassen und
dich aufbäumen, doch in dieser Welt, in diesem System ist es
unmöglich. Lass uns trotzdem eine Fernbeziehung führen.
Tuesday, July 24, 2012
Er und die nostalgtronesische Kinderarmee fangen den Krieg an
Es
war einmal ein traumatisierter Mann mit dem 1000-mile-stare.
Das Leben frustrierte ihn. Er hatte keine Freundin, alle Frauen
nahmen Abstand von ihm, weil sie meistens sehr anspruchsvoll und
sensibel waren und seine kindlich-naive Art nicht aushielten. Der
Mann saß den ganzen Tag nur herum und baute mehr und mehr
Frustration auf. Er hatte einen seltsamen Bart. Auch das geschah aus
Frustration. Wenn der Mann nervös oder frustriert war, dann vergaß
er schnell Dinge – und so vergaß er, den mittleren Teil des
Oberlippenbarts wegzurasieren!! Schade. Sehr schade.
Seine
Traumatisierung und Frustration wurde irgendwann unaushaltbar,
weshalb er seine Aggression gegen das Land Semitolon richtete.
Schade. Sehr schade! Die Semitolonesen waren kein böses Völkchen an
sich, bloß gab es da eine Art böse Sekte. Davon wusste der Mann
aber nichts. Ihm wurde lediglich von seiner Ex-Freundin ins Gehirn
geschissen und so dachte er, er müsste als Liebesbeweis alle
Semitolonesen aus Merlinholm verbannen.Welch grober Fehler!!
Der
Mann zog aus, um Soldaten und Soldatinnen zu rekrutieren. Er dachte
unterwegs lange nach, welche Art von Armee er für den Krieg gegen
Semitolon denn geeignet wäre. Hmm. Er dachte an seine Vergangenheit.
Aus seiner Zeit als Erzieher wusste er, dass Kinder meistens sehr
geniale Ideen hatten, wenn es um Krisensituationen ging. Hmm. Grübel.
Grübel.
Fortsetzung folgt.
Monday, July 23, 2012
Ich verklage den Gott des Mammon und bekomme als Entschädigung ein Ticket nach Japan sowie ein lebenslanges Tabak-Abonnement
Diese kürzeste
Kurzgeschichte widme ich allen alleinerziehenden Müttern in Japan,
die viel zu wenig Geld vom Staat bekommen. Mehr Geld für
alleinerziehende Mütter! Weniger Geld für priapistische
Rechtsanwälte und Politiker!!
Zudem
widme ich diese Geschichte der Diakonie, der Polizei, dem BND, allen
Mafias der Welt und dem deutschen Staate, meinem lieben Vaterlande.
Ich
verklagte den Gott des Mammon. Mit Geld hielt er alle gefangen.
Nachdem er in Revision ging, gewann ich. Schade! Sehr schade.
Ende. Man
wird ja wohl noch träumen dürfen.
Sunday, July 22, 2012
Kuridamo & Candela
Es
war einmal ein alter, junger Mann namens Kuridamo,
der in ein fremdes Land namens Sulfuristan reiste. Er war zu
dem Zeitpunkt ein Anhänger einer Sekte namens Saeko-Philitristen. Er
verliebte sich unsterblich in eine junge alte Dame namens Candela
Hiromi-Carajo. Sein eigentlicher Plan war gewesen, ewig in einem
Saeko-Philitristen-Schrein zu leben, eingesperrt in Fröhlichkeit.
Frauen hatten ihn in seinem langen kurzen Leben bisher immer sehr
enttäuscht und so wollte er die Göttin Saeko zu seinem einzigen
Lebensinhalt machen. Er konnte Candela jedoch nicht widerstehen. Es war
sein größter Fehler und die beste Entscheidung seines Lebens.
Da
sein Beutel voll Gold in einem Waldschrein gestohlen wurde, musste
Kuridamo leider vorzeitig seinen fliegenden Teppich benutzen und
zurück in das Königreich Merlinoplis. Schade! Sehr schade. Dort
wurde er von allen wie ein Aussätziger behandelt. Er verbrachte 40
Tage in einem verlassenen Verlies, in dem er von Dämonen heimgesucht
wurde. Niemand im gesamten Königreich durfte etwas von diesem
sagenumwobenen, verfluchten Ort erfahren. Außer Gynt Dormant, der
geheime König von Merlinopolis. Das ist aber eine andere Geschichte.
Kuridamo traf einen alten Weißschwarzmagier namens Harun T. Ismac,
der ihm viele neue Zaubersprüche beibrachte, ihn jedoch seine
heilige Saeko und Candela vergessen ließ, indem er ihn in seinen Träumen
besuchte. Schade! Sehr schade! Kuridamo musste wieder weiterziehen.
Diesmal nahm er all seinen Mut zusammen und zog ein in das dunkelste
Schloss von Merlinopolis: Schloss Neukultstein. Er wurde wieder
heimgesucht, Nacht für Nacht. Täglich wurde er stärker. Sogar
seine Saeko-Philitristen-Lehrer überholte er. Es stellte sich
nämlich heraus, dass sie mit Hilfe von Candela, Harun und den
Kellergeistern des Schlosses Neukultstein einen Dämonen in ihn
hineinchanneln wollten, der Merlinopolis in den Abgrund stürzen
sollte. Er wollte aber zurück nach Sulfuristan, das gelbgüldene
Land der Katzen und Kinder.
Schade!
Sehr schade.
Thursday, July 19, 2012
Der Spion Gottes, oder. Der Wichtigste Mann der Welt...bei Netto
Es
war einmal ein gerade mal erwachsener Mann namens John Niemand. Er
ging durch die Welt wie ein naives Kleinkind. Eines Tages ging er
einkaufen, wie alle Erwachsenen das eben so tun. Nach etwa einer
halben Stunde Fußweg, völlig in Gedanken versunken, kam er bei der
populären Supermarktkette Netto an. Er ging durch die
vollautomatische Tür und kaufte bloß das Notwendigste ein:
Schokolade und Honig. An der Kasse traf er den wichtigsten Mann der
Welt; er hieß Anton Nobody. Natürlich war das nur ein Deckname,
sollte sich später herausstellen. Woher wusste John, dass Anton der
wichtigste Mann der Welt war? Anton erzählte es ihm einfach nebenbei
– es war gerade niemand sonst an der Kasse und die Gelegenheit war
günstig. Warum war Anton der wichtigste Mann der Welt? Das ist
schwerer zu erklären. Die Welt sei laut Anton von den Schergen
Waskepons bevölkert, dem bösen Gott des Todes. John hatte an so
einen Quatsch davor nie gedacht – er zweifelte und lachte Anton
aus. Auch diese wichtigen, aber bösen Menschen hätten Decknamen und
arbeiteten zum Beispiel als Bäcker, Maler oder waren
alleinerziehende Mütter. Sie planten angeblich die Weltherrschaft,
wie in einem Cartoon! John fiel die Kinnlade herunter. Anton erzählte
ihm nonchalant, dass er wichtige, verbotene Texte des heiligen
Menschen Neo, eines Botschafters des guten Gottes Leonidas, besaß
und somit ein Spion dieses guten Gottes sei. John schwieg und hatte
Angst. Er ging nie wieder zu Netto. Nun war er der zweitwichtigste
Mensch der Welt, ohne es zu wissen. Er arbeitete den Rest seines
Lebens als Fensterputzer.
Und
die Moral von der Geschicht: Wichtige Menschen gibt es nicht.
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