Japan, mein liebstes,
liebstes Land. Du bist stolz, jedoch
zurückhaltend und zuvorkommend, hilfsbereit und
irgendwie unverständlich widersprüchlich – dadurch unantastbar.
Warum nenne ich dich meine
tote Liebste, ja sogar Neo-Israel? Durch 3/11 bist du gestorben und
wieder auferstanden, du geheiligtes Volk. Innerhalb deiner
Landesgrenzen kam der Satan wie ein Erdrutsch über dich, eines der
reinsten Länder, das sich sträubt, sich anzupassen. Deine inhärente
Andersartigkeit liebe ich an dir. Leider hast du auch die Tendenz wie
die unterwanderte Regierung Israels, zu lügen. Jedoch nicht aus Kalkül, sondern
aus Schüchternheit und Höflichkeit. Ich, Deutschland, verstehe
diese Notlügen allerdings nicht wirklich – es kommt immer wieder
zu Misverständnissen zwischen uns. Unsere Verbundenheit aus dem
zweiten Weltkrieg ist zwar in Ansätzen noch vorhanden, doch wir
haben uns auseinandergelebt. Ich bin ein Moloch von Chaos,
Unhöflichkeit und Pöbel und Gesocks geworden...von Stolz weiß ich
nicht mehr viel. Seit 1945 sind 67 Jahre vergangen. Das ist eine
lange Zeit; der Kalte Krieg hat mich gezeichnet.Verzeihe mir, meine
Liebste. Auch du hast dich verändert, dein Stiefvater Amerika hat
dir ein Kostüm gegeben, das dir so gar nicht passt. Du trägst die
Kleider mit Fassung und wehrst dich still. Dafür liebe ich dich. Ich
denke, du solltest deine aufgestaute Frustration herauslassen und
dich aufbäumen, doch in dieser Welt, in diesem System ist es
unmöglich. Lass uns trotzdem eine Fernbeziehung führen.
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